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Mit dem Bus direkt ins Paradies...

Aufgeregt bin ich. Und neugierig. Was wird mich erwarten bei meinem ersten Tian Gong Retreat? Ich hab schon einige Kurse bei dieser ganz besonderen Qi Gong Schule gemacht, doch keiner dauerte fünf Tage und war weit weg von Hamburg. Fünf Tage lang mit mir unbekannten Menschen zusammen wohnen, üben und in Meditation verbunden sein. Sich dabei den ganz eigenen Prozessen stellen. Wie wird es mir wohl gehen? Doch alle Sorgen sind wie in den Wind geblasen, als ich bei meinem Zwischenstopp im Tian Gong Institut in Berlin ankomme. Herzlich und unkompliziert werde ich begrüßt, mit einem Tee versorgt und lerne gleich sehr nette Menschen kennen. Und dann geht es los: Von der brodelnden Hauptstadt fahren wir gemeinsam mit dem Bus mitten ins Paradies. Der liebevoll restaurierte Vierseithof Gut Frohberg schmiegt sich in die sanften Hügel der sächsischen Elblandschaft bei Meißen. Die gemütlichen Appartements und die wunderbaren Seminarräumen sind ideal für unser Retreat. Hier ist nicht nur ein perfekter Rückzug möglich. Die Schönheit und Üppigkeit des Ortes, der sich in dieser Jahreszeit mit strahlendem Sonnenschein, kristallklaren Nächten und reicher Ernte an Nüssen und Früchten präsentiert, spiegeln uns schon im Außen wider, wie es in uns aussieht, wenn wir nur Licht in unseren Körper, unsere Seele und vor allem in unser Herz lassen. Wie erlösend das ist, habe ich in diesen fünf Tagen auf Gut Frohberg auf sehr schöne und liebevolle Weise erfahren dürfen.
Doch zunächst spüre ich davon nicht viel. Nach dem ersten Retreat-Tag, an dem sich alles um die Reinigung von Fremdseelen, die Reinigung und Stärkung der energetischen Nieren und einer Bestandsaufnahme und Pflege der eigenen Seelenanteile dreht, geht bei mir nichts mehr. Ich bin so erschöpft, dass ich mich frage, wie ich je wieder nach Hamburg kommen soll, wenn das hier so weitergeht. Doch die Meisterinnen und Lehrer haben vorausgedacht und uns große Pausenzeiten eingeräumt. Es gibt viel Raum für einen selbst und immer das unaufdringliche Angebot, Hilfe zu bekommen. Doch reden möchte ich kaum. Das Tagebuch wird zu meinem besten Freund und Schlaf zu meiner Lieblingsbeschäftigung. So wie meine Erschöpfung schließlich von Tag zu Tag abnimmt, nehmen wilde Träume und der unabgelenkte Blick auf meine inneren Zustände potentiell zu. Das ewig besserwissende, plappernde Ego und meine Widerstände bescheren mir eine gnadenlose Zeit – hart aber ehrlich. Und dann die Wende: Nach dem Lichtorganprozess des Herzens, den selbst ich bisweilen sogar als bedrohlich empfinde, und einer Nacht erholsamen Schlafes, ist alles anders. Nicht nur die Sonne strahlt am nächsten Tag noch ein bisschen heller, ich habe auch das Gefühl, dass die Teilnehmer untereinander auf einmal viel inniger sind. Ich erlebe intensive Gespräche, Wahrhaftigkeit und ein noch liebevolleres Miteinander. Das ist wunderschön. Innen wie außen - außen wie innen: Auch mein Herz fühlt sich freier, weiter geöffnet und trotzdem sicher, mitfühlender, seliger, größer und vor allem friedvoller an. Das war meine Sehnsucht und das ist das größte Geschenk, das ich mit nach Hause nehme. Ich werde es pflegen und weiter vergrößern.
Ich bin voller Dankbarkeit und Demut für Tian Gong, die Kraft des Qi und alle großen und kleinen, sichtbaren und unsichtbaren Helfer. Ich freue mich schon auf das nächste Retreat, um meiner Reise zu mir selbst einen weiteren kraftvollen Schub zu geben. Ich weiß, bei Tian Gong bin ich in sicheren Händen, kann beschützt in meine Prozesse gehen und werde immer dort abgeholt, wo ich gerade bin.
Danke und viele Grüße,
A. aus Hamburg