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Zu Jahresbeginn innere Einkehr zur Liebe, zum Frieden und zur Freude

Zwei Teilnehmerinnen teilen ihre Erfahrungen über eine ganz besondere Zeit

I. Frieden kehrt ein

Es ist ja schon etwas sehr Besonderes, noch angefüllt mit den unzähligen Eindrücken der Feiertage und des Jahreswechsels, nicht ins äußere Leben zu starten, sondern dem Beginn des Jahres ganz dem Inneren zu widmen.
Am Abend beginnt mit einer Zeremonie unsere Einkehr, das Schweigen. Die nächsten acht Tage werde ich also schweigen und mich ganz der Frage widmen: Wer bin ich eigentlich?
Ich habe noch nie in meinem Leben geschwiegen, aber in diesem Moment, in diesem Rahmen ist es das natürlichste auf der Welt. Ich schweige mit Freude vom ersten Augenblick an und genieße während dieser Zeit, die schweigsamen gemeinsamen Essen, das stille Teilen meines Zimmers. Ganz leicht steige ich aus dem Karussell von müssen und sollen, und was wohl die anderen denken, aus. Im Schweigen ist jeder bei sich. Eine Teilnehmerin sagte am Ende: Es hatte so etwas würdevolles, gemeinsam in der Stille beim Essen zu sitzen. Ja, die ganze Zeit erlebe ich als sehr würdevoll.
Unterstützt und beschleunigt werden die inneren Prozesse, die einsetzen, wenn man sich den äußeren Ablenkungen entzieht, durch die wunderbare Energiearbeit von Meisterin Tianying. Die ersten drei Tage geht es um Reinigung und Aufbau. Dabei steht diesmal nicht die Reinigung des Körpers im Vordergrund, sondern die Reinigung des Geistes durch die neue Methode der Bewusstseinsreinigung. Während draußen der kalte Sturm um das Haus braust, das Holz knarrt, und die Fenster zittern, sitzen oder liegen wir behütet inmitten größter Behaglichkeit und lassen die Energie in uns arbeiten.
Passenderweise weht der Sturm die ersten Tage besonders heftig übers Land, da auch in mir zu Beginn heftige innere Stürme toben. In den Träumen sehe ich mich vielen Ängsten gegenüber und tagsüber werden mir schmerzhaft einige meiner automatischen Verhaltensmuster bewusst. Interessanterweise äußern mehrere Teilnehmer in kleinen geschriebenen Erfahrungsberichten, ebenfalls die Konfrontation mit den Ängsten. Meisterin Tianying erklärt, dass dies eine Wirkung von den kontinuierlichen Bewusstseinsreinigungen sei. Für mich fühlt sich das an, als würde Stück für Stück mein Geist von Emotionen und unnützen Gedankenschleifen entgiftet, bis nur noch die existenziellen Ängste übrig bleiben.
Als Reaktion auf die auftauchenden Ängste leitet Tianying eine ganz besondere Energiearbeit zum Rausziehen und Verbrennen dieser auftauchenden Ängste an. Diese Energiearbeit ist mein Wendepunkt. Überraschend lösen sich alte unbewusste Emotionen; glühen auf und erlöschen. Ich komme daraufhin in einen intensiven inneren Reinigungsprozess. Und nach einer weiteren stürmischen Nacht, kehrt in mir plötzlich, während der Meditation über die fünf Herzen, der Frieden ein .... und bleibt.

II. Gottesliebe ist wahrhaftig

Am vierten Tag beginnt Tianying mit kurzen Ansprachen uns in unserer inneren Arbeit zu stärken und zu begleiten. Sie spricht von ihrem eigenen spirituellen Weg und vor allem über die Liebe. Denn ihre Erfahrungen und das Studium der verschiedenen Religionen und Weltanschauungen haben sie immer wieder zur Liebe und ihren beiden Aspekten Selbstliebe und Nächstenliebe geführt. So hören wir viel über das Wesen der Liebe. Liebe ist überall. Lieben heißt Leben und leben heißt lieben. Uns bedingungslos zu lieben, so wie wir geworden sind, ist ein fruchtbarer Boden, um andere lieben und ihnen helfen zu können.
Täglich stimmen wir uns ein, verbinden uns mit dem Licht und der Liebe in unseren drei Energiefeldern (Dantians): Gott ist die Liebe. Wir sind die Liebe. Ich bin die Liebe.
Ruhe, Frieden, Licht und Freude füllen mich aus und zugleich bin ich von ihnen umhüllt. Innen und Außen sind eins. Ich fühle mich zutiefst verbunden mit Gott, dem Universum und der Erde sowie allen Wesen. Tiefe Freude. Geborgenheit. Glück.
Im Licht der Himmlischen Liebe meditieren wir: „Ich bin ich. Ich bin in mir. Ich bin die Liebe. Liebe ist überall.“ Ich spüre, wie sich Liebe und Licht in mir ausbreitet, immer tiefer und feiner überall hin geht. Das ist wunderschön.
Später meditieren wir mit den drei Worten „Ich liebe mich“. Wärme, Liebe, Licht und Geborgenheit spüre ich immer stärker werden. Mit ihrer liebevollen, weichen Stimme fragt Tianping jede Teilnehmerin, jeden Teilnehmer in der Runde: „Liebst du dich?“. „Oh, ja“, „Ich übe mich darin“, „Ja, immer mehr“ sind die Antworten.
Im Schweigen und der innere Stille kommen wir auch unserem Körper näher. Meisterin Tianping leitete eine „Reise nach innen“ an und ließ uns mit dem Herz hören und fühlen, was die einzelnen Organe antworten auf die Fragen: Wie geht es dir? Was wünschst du dir?
Die Lungenflügel sind hell, voll Licht und sauber. Wofür ich sehr dankbar bin. Ich spüre meinen Magen. Mit gequälter Miene teilt er mir mit, dass ich ihn überfordere. Jetzt bin ich in Bi Gu, das ich sehr schätze und bewahren möchte. Die Nieren übermitteln, dass es ihnen bedeutend besser geht als früher.
Ein Höhepunkt ist der 6. Januar 2012: Heilige Drei Könige. Sie beschenkten das Jesus Kind und die heilige Familie.
Bei der Morgenübung und der sich anschließenden Meditation wird mir ganz heiß am ganzen Körper. In den geöffneten Händen nehme ich jeweils eine goldene Kugeln wahr. Ich bin sehr dankbar und wünsche sie allen Teilnehmern, und dass alle anderen Wesen sie ebenfalls empfangen.
Meisterin Tianying bittet um energetische Arbeit am Seelencode im Licht der Himmlischen Liebe. Meine Seele befindet sich in einer anderen Dimension. Unbeschreibbar die Weite des Universums. Als wir die Meditation beenden, bemerke ich, dass Kopf, Geist und Augen hellwach sind. Ich bin heiter und froh gestimmt und ganz erfrischt.
Immer wieder berührt mich die Liebe, spüre ich die Liebe. Tränen fließen vor Gerührtsein. Gottesliebe ist wahrhaftig. Reiche die Geschenke weiter – in Liebe, Weisheit und Demut dienen.
Behutsam gestaltet sich der Übergang. Vermehrt Spaziergänge auf dem Gut zum See. In einer würdevollen und andächtigen Zeremonie beenden wir am 9. Januar 2012 nachmittags die Zeit der Einkehr. Die ersten Worte die wir sprechen: Danke …. ein Paradies … Liebe, Selbstliebe heilt …
Der Weg nach Innen, die Themen die dabei auftauchen, alles ist so individuell, wie wir Menschen eben sind. Nur das Ziel, dass ist gleich. Wir alle möchten uns selber finden, Gott in uns finden, die Liebe und den Frieden in uns finden.

Tina und Gertrude aus Berlin